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Der Transitional-Wahn

Kategorie HTML & CSS

Datum: 09.10.2008, 00:22 - Autor: Manko10

Transitional hier, Transitional da, besonders der Doctype XHTML 1.0 Transitional hat es wohl vielen Jung-, aber auch Alt-Webdesignern schwer angetan. Wo man auch hinblickt: überall lebt die Transition. Besonders haarig wird es dort, wo der Doctype HTML 4.01 Transitional wiederauflebt, der auch noch den Quirks-Modus der Browser einschaltet.
Doch warum ist dem so? Wer hat bestimmt, dass Transitional Kult ist?

Transitional steht für übergangsweise. Es handelt sich bei einem Transitional-Doctype also um einen Übergangsdoctype. Doch um welchen Übergang geht es? Nun, das ist schnell erklärt. Seit einigen Jahren, geht der Trend eindeutig vorwärts zum barrierefreien und semantischen Web (dass einige Unternehmen nicht verstanden haben, wo vorn und wo hinten ist, lassen wir mal außenvor). Dies beinhaltet auch, dass HTML, die Hyptertext Markup Language, also die Hypertext-Auszeichnungssprache, wirklich nur zum Auszeichnen von Text, nicht jedoch zum Formatieren gedacht ist und auch ihrem Zweck gemäß eingesetzt werden soll.

In alten HTML-Versionen sind viele Tags zum Formatieren von Text enthalten, wie z.B. <center>, <font>, <u>, <b> und <i> sowie eine große Handvoll Attribute gleichen Zweckes (align, height, width, size, color, face etc.). Mit der Einführung der Strict-Doctypes, die mehr Semantik im Web fördern sollen, entfallen sämtliche Formatierungstags und -attribute (warum <b> und <i> hier eine Ausnahme bilden, ist mir allerdings nicht ganz klar).
Doch was passiert nun mit den Websites, die noch mit HTML-gesteuerten Formatierungen arbeiten? Für diese Seiten wurden Übergangsdoctypes entwickelt und zwar genau die, um die es sich in diesem Artikel handelt. Die Übergangsdoctypes sollen also sicherstellen, dass eine gewisse Kompatibilität zu alten Seiten vorhanden ist, sind jedoch nicht für neue Websites gedacht.
Das W3C schreibt dazu:
Zitat W3C: HTML 4 Transitional Document Type Definition:
Authors should use the Strict DTD when possible, but may use the Transitional DTD when support for presentation attribute and elements is required.

Zu Deutsch:
Autoren sollten, sofern möglich, die Strict-DTD benutzen, können aber auf eine Transitional-DTD zurückgreifen, wenn die Unterstützung von Präsentationselementen und -attributen erforderlich ist

Doch aus welchem Grunde werden Transitional-Doctypes auch für neu erstellte Seiten immer beliebter? Das kehrt doch das gesamte Prinzip um. Es soll doch vorwärts und nicht rückwärts gehen!
Meine Theorie ist die, dass in der Übergangsphase, für welche die Transitional-Doctypes entwickelt wurden, reger Gebrauch von ihnen gemacht wurde, was zur Folge hatte, dass viele sich daran ein Beispiel genommen haben. Außerdem werden in vielen HTML-Tutorien die Themen semantische Auszeichnung und Formatierung mittels CSS nur recht stiefmütterlich behandelt, sodass viele die Strict-Doctypes für eine Ärgermaßnahme des W3C halten und lieber auf die „guten, alten“ HTML-Formatierungen zurückgreifen, statt von der empfohlenen Technologie Gebrauch zu machen.

Fazit: Transitional hat seine Berechtigung, jedoch nicht beim Erstellen neuer Seiten. Und deshalb hier mein Aufruf: Leute, nutzt Strict-DTDs!!

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2 Kommentare:

Richtig so!

Datum: 12.10.2008, 09:57 - Autor: Gast

Sehr schön geschrieben. Vor allem der letzte Satz. :)
Aber was denkst du ist "besser" XHTML 1.1 oder XHTML 1.0 Strict?

Datum: 12.10.2008, 11:16 - Autor: Manko10

Hallo, schön, dass dir der Artikel gefällt!

Mein Lieblingsdokumententyp ist XHTML 1.0 Strict, das heißt aber nicht, dass er der Beste ist. An sich arbeite ich lieber mit XHTML-Doctypes, da sich diese leicht durch Sachen wie SVG, MathML etc. erweitern lassen und weil es mittlerweile Gewohnheit ist.
Allerdings ist XHTML 1 wohl nicht kompatibel zu XHTML 2. Das ist mir allerdings ziemlich egal, da ich meine Seite dann entweder neuschreibe und die neuen Elemente ausnutze oder es beim alten Doctype belasse. Hier wird nichts herumkompatibilisiert.

Das schlagkräftigste Argument ist immer noch der Internet Explorer, der nach wie vor nur HTML, allerdings kein XHTML versteht (ob das beim 8er anders ist, weiß ich jetzt nicht — ich denke aber mal, dass die nachgerüstet haben).
Es grämt mich immer noch, XHTML als HTML ausliefern zu müssen. Somit wäre HTML wohl besser. Dennoch benutze ich lieber XHTML 1.0 Strict. XHTML 1.1 würde die HTML-Auslieferung natürlich auch billigen, allerdings nicht ohne Validator-Warnung.
Natürlich könnte man jetzt mit Content-Negotiation arbeiten, aber das geht 100%ig in die Hose. Na gut, man könnte jetzt prüfen, ob der Accept-Header großspurig eine Kompatibilität zu allem */* angibt, weil das eigentlich nur der Internet Explorer macht, aber sicher ist nichts.

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